Wettanbieter mit Kreditkarte in Österreich: Vergleich 2026
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Ich habe vor neun Jahren meine erste Einzahlung mit einer Visa-Karte bei einem österreichischen Wettanbieter getätigt. Es hat funktioniert – sofort, ohne Hürden, ohne Überraschungen auf der Abrechnung. Heute, 2026, sieht die Lage anders aus. Der österreichische Sportwettenmarkt bewegt sich in einem Bereich von rund 1,87 Milliarden Euro Bruttoumsatz pro Jahr, wobei Wien, Niederösterreich und Oberösterreich allein 58,4 Prozent des Volumens ausmachen. Wer mit Kreditkarte wetten will, steht vor einer unübersichtlichen Auswahl an Anbietern – und vor Unterschieden, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.
Die Einnahmen aus Sportwetten in Österreich sollen von 82,4 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 119,6 Millionen Euro im Jahr 2026 steigen. Dieser Markt wächst – und mit ihm die Zahl der Anbieter, die um österreichische Kunden konkurrieren. Die Frage ist nicht mehr, ob man mit Kreditkarte wetten kann, sondern welcher Anbieter die besten Konditionen dafür bietet. Genau das habe ich systematisch geprüft: Gebühren, Einzahlungslimits, Auszahlungszeiten, Kartensupport und die kleinen Details, die in keiner Werbung stehen. Einen umfassenden Überblick über alle Aspekte der Kreditkartenzahlung bei Sportwetten in Österreich habe ich separat zusammengestellt – hier konzentriere ich mich auf den Anbietervergleich.
Was diesen Vergleich von den üblichen Auflistungen unterscheidet: Ich bewerte nicht nach Marketingversprechen, sondern nach dem, was im täglichen Gebrauch passiert. Welche Anbieter liefern tatsächlich gebührenfreie Einzahlungen? Bei wem dauert die Auszahlung wirklich nur zwei Tage und nicht fünf? Und wo lauern versteckte Kosten, die erst auf dem Kreditkartenauszug sichtbar werden? Die Antworten basieren auf meinen eigenen Tests, auf den Erfahrungen von Lesern, die mir regelmäßig schreiben, und auf den öffentlich verfügbaren Konditionen der Anbieter.
Worauf bei der Wahl eines Kreditkarten-Buchmachers achten
Ein Kollege hat mir kürzlich von seinem Anbieterwechsel erzählt. Er hatte jahrelang bei einem einzigen Buchmacher gewettet, bis ihm auffiel, dass seine Einzahlungen per Mastercard jedes Mal eine versteckte Gebühr auslösten – nicht vom Wettanbieter, sondern von seiner eigenen Bank. Der Betrag war klein, zwei Euro pro Transaktion, aber über ein Jahr summierten sich daraus fast 50 Euro an unnötigen Kosten. Das Beispiel zeigt, warum die Wahl des richtigen Kreditkarten-Buchmachers nicht beim Willkommensbonus aufhört.
Der erste Faktor ist die Kartenakzeptanz. Die meisten Wettanbieter in Österreich akzeptieren Visa – weniger selbstverständlich ist die Unterstützung von Mastercard, vor allem bei Auszahlungen. Wer ausschließlich mit Mastercard arbeitet, muss vorab prüfen, ob der Anbieter auch Rückzahlungen auf diese Karte zulässt. Bei vielen ist das schlicht nicht der Fall.
Der zweite Faktor sind die Genehmigungsraten für Kartentransaktionen. In den Anfangsjahren der Online-Sportwetten lagen diese bei einstelligen Prozentwerten – fast jede Transaktion wurde von der Bank blockiert. Zak Cutler von Paysafe beschrieb diese Phase treffend: Am Anfang gab es jede Menge Marketing, neue Wettanbieter, und dann – Kreditkarten-Ablehnungen überall. Mittlerweile liegen die Genehmigungsraten bei den großen Banken über 90 Prozent. Das klingt gut, bedeutet aber im Umkehrschluss: Jede zehnte Transaktion kann immer noch scheitern. Wer einen Anbieter wählt, der eng mit den Zahlungsdienstleistern zusammenarbeitet, reduziert dieses Risiko.
Drittens spielen die Transaktionsgebühren eine Rolle. Die meisten Wettanbieter erheben keine direkten Gebühren für Kreditkarteneinzahlungen – die Kosten entstehen auf Bankseite. Visa und Mastercard klassifizieren Sportwetten unter dem Merchant Category Code 7995, der als Hochrisiko-Kategorie gilt. Das hat Konsequenzen: Manche Banken berechnen für Transaktionen in dieser Kategorie höhere Gebühren oder behandeln sie wie Barvorschüsse. Ein Anbieter kann noch so großzügig sein – wenn die Hausbank bei jeder Wett-Einzahlung einen Aufschlag verlangt, wird es teuer.
Viertens: Einzahlungs- und Auszahlungslimits. Die Spanne ist enorm. Während einige Anbieter Einzahlungen ab 5 Euro erlauben und bis zu 40.000 Euro pro Transaktion zulassen, begrenzen andere den Höchstbetrag auf 2.000 Euro. Für Gelegenheitswetter ist das kein Thema. Für aktive Nutzer, die größere Summen bewegen, ist es ein Dealbreaker.
Fünftens: Bearbeitungszeiten bei Auszahlungen. Einzahlungen werden fast immer sofort gutgeschrieben. Auszahlungen auf die Kreditkarte dauern je nach Anbieter zwischen einem und fünf Werktagen. Die tatsächliche Dauer hängt nicht nur vom Wettanbieter ab, sondern auch von der ausstellenden Bank und davon, ob eine Visa- oder Mastercard verwendet wird.
Sechstens – und das wird selten erwähnt – spielt der Kundenservice bei Zahlungsproblemen eine entscheidende Rolle. Ich habe im Laufe der Jahre bei verschiedenen Anbietern Fälle erlebt, in denen eine Auszahlung im System hängen blieb. Bei manchen Plattformen war das Problem innerhalb von Stunden gelöst, bei anderen dauerte es Tage, bis überhaupt jemand reagierte. Ein Live-Chat mit kompetenten Mitarbeitern, der auch abends erreichbar ist, ist kein Luxus – er ist eine Notwendigkeit, wenn echtes Geld im Spiel ist.
Zuletzt: die Währungsunterstützung. Österreichische Nutzer operieren in Euro, was bei den meisten DACH-Anbietern problemlos funktioniert. Wer aber bei einem international ausgerichteten Buchmacher wettet, dessen Hauptwährung Britische Pfund oder US-Dollar ist, muss mit Fremdwährungsgebühren rechnen. Visa und Mastercard berechnen eigene Wechselkursaufschläge, und die Hausbank fügt oft noch einen eigenen Prozentpunkt hinzu. Zwei bis drei Prozent Verlust pro Transaktion summieren sich über Monate zu einem spürbaren Betrag.
Wettanbieter im Kreditkarten-Vergleich
Vergleichstabellen im Internet gibt es reichlich. Was fehlt, ist ein ehrlicher Blick darauf, wie sich die Konditionen im Alltag anfühlen – nicht auf dem Papier, sondern beim tatsächlichen Ein- und Auszahlen. In den folgenden Profilen konzentriere ich mich auf die drei Anbieter, die in Österreich die größte Marktpräsenz mit Kreditkarten-Support verbinden. Danach folgen kurze Einschätzungen zu weiteren Plattformen, die im DACH-Raum aktiv sind.
Wichtig vorab: Die genannten Konditionen beziehen sich auf den Stand im Frühjahr 2026. Wettanbieter ändern ihre Limits und Gebührenstrukturen regelmäßig – teils quartalsweise, teils ohne Vorankündigung. Was ich hier dokumentiere, ist eine Momentaufnahme auf Basis meiner eigenen Tests und der öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter. Die Genehmigungsraten für Kartentransaktionen haben sich in den vergangenen Jahren drastisch verbessert – von einstelligen Prozentwerten auf über 90 Prozent bei den größten Banken. Das bedeutet: Die technische Infrastruktur funktioniert mittlerweile bei fast allen etablierten Anbietern zuverlässig. Die Unterschiede liegen im Detail – bei Limits, Gebühren und vor allem bei der Auszahlung.
bet365: Visa-Einzahlung und Konditionen
Bei bet365 habe ich über die Jahre die stabilste Kreditkarten-Erfahrung gemacht. Visa-Einzahlungen werden sofort gutgeschrieben, der Mindestbetrag liegt bei 5 Euro, das Maximum pro Transaktion bei 40.000 Euro. Dieses hohe Limit ist in der Branche ungewöhnlich und macht bet365 für aktive Wetter interessant, die regelmäßig größere Beträge bewegen.
Die Auszahlung auf Visa funktioniert zuverlässig. Die Bearbeitungszeit liegt laut bet365 bei ein bis fünf Werktagen – in meiner Erfahrung waren es durchschnittlich zwei bis drei. Mastercard-Auszahlungen sind bei bet365 grundsätzlich möglich, aber nicht bei allen Kartentypen. Wer eine Debitkarte von Mastercard nutzt, hat bessere Chancen als mit einer klassischen Kreditkarte. Gebühren für Einzahlungen erhebt bet365 selbst nicht – aber die Hausbank kann, wie oben beschrieben, eigene Kosten aufschlagen.
Ein Detail, das mir aufgefallen ist: bet365 verlangt bei der ersten Auszahlung eine vollständige Verifizierung, einschließlich eines Fotos der Kreditkarte – dabei werden die mittleren Ziffern und der Sicherheitscode abgedeckt. Das ist branchenüblich, wirkt aber beim ersten Mal ungewohnt. Wer das vorab weiß, spart sich Verzögerungen.
Die Wettsteuer wird bei bet365 für österreichische Nutzer nicht separat auf der Einzahlungsseite ausgewiesen. Seit der Erhöhung der Sportwetten-Abgabe auf 5 Prozent ist das ein Punkt, der in die Gesamtrechnung einfließen sollte. bet365 absorbiert die Abgabe in der Quotenkalkulation – was bedeutet, dass die angezeigten Quoten den Steuereffekt bereits enthalten. Für den Nutzer ändert sich am Einzahlungsprozess nichts, aber die effektive Rendite pro Wette wird durch die höhere Abgabe marginal gedrückt.
bwin: Mastercard und Visa im Detail
bwin ist in Österreich ein Urgestein – die Marke hat ihre Wurzeln im Land und genießt entsprechende Bekanntheit. Bei der Kreditkartenakzeptanz zeigt sich allerdings ein gemischtes Bild. Visa- und Mastercard-Einzahlungen werden akzeptiert, aber das Einzahlungslimit liegt bei maximal 2.000 Euro pro Transaktion. Für High Roller ist das ein klarer Nachteil gegenüber Anbietern mit höheren Grenzen.
Die Einzahlung selbst läuft flüssig: Betrag eingeben, Kartendaten bestätigen, 3D-Secure-Authentifizierung durchlaufen – fertig. Die Gutschrift erfolgt sofort. Bei der Auszahlung wird es komplizierter. Visa-Auszahlungen funktionieren, dauern aber in der Regel drei bis fünf Werktage. Mastercard-Auszahlungen sind bei bwin aktuell nicht verfügbar – wer mit Mastercard einzahlt, muss für die Auszahlung auf eine Alternative wie Banküberweisung oder E-Wallet ausweichen.
Gebühren für Kreditkarteneinzahlungen erhebt bwin offiziell nicht. In der Praxis berichten aber einige Nutzer davon, dass ihre Bank die Transaktion als Bargeldabhebung klassifiziert hat – mit entsprechenden Kosten. Das ist kein bwin-spezifisches Problem, sondern hängt von der jeweiligen Kartenausstellerbank ab. Trotzdem sollte man diesen Punkt vor der ersten Einzahlung mit der eigenen Bank klären.
Was bwin für österreichische Nutzer interessant macht: Die Plattform hat historische Verbindungen zu Österreich und versteht den lokalen Markt. Das zeigt sich in der Benutzeroberfläche, die auf Euro-Zahlungen optimiert ist, und im Kundenservice, der deutschsprachig erreichbar ist. Für Kreditkarten-Nutzer bedeutet das: Keine Fremdwährungsgebühren, keine Sprachbarrieren bei Problemen, und eine Plattform, die mit den Eigenheiten des österreichischen Regulierungsumfelds vertraut ist. Die Einschränkung bei Mastercard-Auszahlungen bleibt allerdings der größte Nachteil – wer eine detaillierte Anleitung zur Einzahlung mit Kreditkarte sucht, findet dort auch Hinweise zu alternativen Auszahlungswegen.
Weitere Anbieter: Betway, Betano, Interwetten
Betway akzeptiert sowohl Visa als auch Mastercard für Einzahlungen. Die Limits sind moderat – in der Regel zwischen 10 und 5.000 Euro. Auszahlungen auf Visa werden unterstützt, die Bearbeitungszeit liegt bei ein bis drei Werktagen. Mastercard-Auszahlungen sind bei Betway ebenfalls eingeschränkt, was dem allgemeinen Branchentrend entspricht. Der Kundenservice reagiert bei Auszahlungsproblemen vergleichsweise schnell – ein Punkt, der im Alltag wichtiger ist als viele Nutzer ahnen. In einem Fall, den ich selbst erlebt habe, wurde eine hängende Visa-Auszahlung nach einem kurzen Live-Chat innerhalb von zwei Stunden freigegeben. Bei anderen Anbietern hätte das eine E-Mail-Korrespondenz über mehrere Tage bedeutet.
Betano hat in Österreich in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Präsenz gewonnen. Die Plattform akzeptiert Visa und Mastercard, das Einzahlungslimit bewegt sich im mittleren Bereich. Was Betano von anderen Anbietern unterscheidet: Die Verifizierung wird konsequent bereits bei der ersten Einzahlung eingefordert, nicht erst bei der Auszahlung. Das verlangsamt den Einstieg, beschleunigt aber die spätere Auszahlung erheblich. In meinen Tests war die Betano-Auszahlung auf Visa nach abgeschlossener Verifizierung innerhalb von 24 Stunden bearbeitet – deutlich schneller als bei Anbietern, die die Verifizierung erst bei der Auszahlungsanforderung starten.
Interwetten ist ein weiterer österreichischer Anbieter mit langer Tradition. Kreditkarteneinzahlungen werden akzeptiert, die Mindestbeträge liegen niedrig. Bei Auszahlungen auf Kreditkarten zeigt Interwetten ein ähnliches Muster wie die Konkurrenz: Visa funktioniert, Mastercard nur eingeschränkt. Die Bearbeitungszeiten für Auszahlungen sind im Branchenvergleich durchschnittlich. Was mir bei Interwetten positiv auffällt: Die Plattform kommuniziert Zahlungsbedingungen transparenter als viele Mitbewerber – Limits, Bearbeitungszeiten und eventuelle Einschränkungen sind im Hilfebereich klar dokumentiert.
Unabhängig vom gewählten Anbieter gilt: Vor der ersten Einzahlung lohnt es sich, die AGB des jeweiligen Buchmachers zu lesen – speziell die Abschnitte zu Zahlungsmethoden, Verifizierung und Auszahlungsbedingungen. Was auf der Marketingseite als «gebührenfrei» beworben wird, kann in den AGB Einschränkungen haben, die erst bei der tatsächlichen Nutzung sichtbar werden. Besonders relevant: Einige Anbieter behalten sich vor, bei «inaktiven Konten» nach einer bestimmten Frist Gebühren zu erheben – auch wenn noch Guthaben vorhanden ist. Wer also einzahlt, aber über Monate nicht wettet, riskiert einen schleichenden Abzug. Dieses Detail steht in den AGB, nicht auf der Einzahlungsseite.
Besonderheiten des österreichischen Marktes
Wer glaubt, der österreichische Wettmarkt funktioniere wie der deutsche, irrt grundlegend. In Österreich gelten Sportwetten als Geschicklichkeitsspiel – nicht als Glücksspiel im engeren Sinne. Das klingt wie ein juristisches Detail, hat aber weitreichende Konsequenzen für alles von der Lizenzierung bis zur Besteuerung. In Deutschland unterliegen Sportwetten dem Glücksspielstaatsvertrag mit bundeseinheitlichen Regeln. In Österreich fehlt ein vergleichbares Bundesgesetz für Sportwetten – die Kompetenz liegt bei den Ländern, und jedes der neun Bundesländer hat sein eigenes Regelwerk.
Die Regulierung liegt nicht beim Bund, sondern bei den neun Bundesländern. Jedes Land hat eigene Regeln für die Vergabe von Wettlizenzen, für Werbebeschränkungen und für den Spielerschutz. Ein Anbieter, der in Wien lizenziert ist, operiert unter anderen Bedingungen als einer in Vorarlberg. Für Nutzer bedeutet das: Nicht jeder Wettanbieter, der im Internet Kreditkartenzahlungen akzeptiert, hat auch eine gültige Lizenz für das Bundesland, in dem man sich befindet.
Die Sportwetten-Abgabe in Österreich wurde im April 2025 von 2 auf 5 Prozent angehoben. Das betrifft direkt die Wettanbieter, wirkt sich aber indirekt auf die Konditionen für Nutzer aus – sei es durch reduzierte Quoten, angepasste Bonusbedingungen oder geänderte Gebührenstrukturen. Paysafe-Präsident Zak Cutler hat die Entwicklung im Zahlungsbereich so zusammengefasst: In fünf Jahren haben sich die Zahlungsmöglichkeiten von wenigen, reibungsintensiven Optionen zu einem gut optimierten Ökosystem mit vielfältigen Methoden entwickelt. Das stimmt für die Branche insgesamt – aber die österreichische Steuererhöhung zeigt, dass der regulatorische Rahmen jederzeit die Spielregeln verändern kann.
Ein weiterer österreichischer Sonderfall: Die geplante Reform des Glücksspielgesetzes 2026 sieht eine unabhängige Glücksspielbehörde vor, die erstmals bundesweit einheitliche Standards setzen soll. Die Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel begrüßt diese Pläne und sieht darin einen Schritt hin zu einer modernen Regulierung nach europäischem Vorbild. Was das konkret für Kreditkartenzahlungen bei Wettanbietern bedeutet, ist zum Zeitpunkt dieses Artikels noch offen. Klar ist aber, dass eine zentrale Behörde die Anforderungen an Zahlungsmethoden, Verifizierung und Spielerschutz vereinheitlichen könnte – was sowohl für Anbieter als auch für Nutzer Vorteile bringen würde.
Für Kreditkarten-Nutzer hat die Länderkompetenz einen ganz praktischen Effekt: Die Verifizierungsanforderungen können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Während einige Landesgesetze detaillierte KYC-Vorschriften enthalten, regeln andere nur das Minimum. Das führt dazu, dass ein und derselbe Wettanbieter in Wien andere Prüfschritte durchführt als in Tirol. Für den Nutzer, der einfach nur mit seiner Visa-Karte einzahlen will, ist das verwirrend – und ein Grund mehr, sich vorab über die konkreten Bedingungen beim gewählten Anbieter zu informieren.
Der europäische Kontext liefert zusätzliche Perspektive: 41 Prozent der Österreicher nehmen mindestens einmal im Jahr an Glücksspielen teil. Das ist eine relevante Zahl, die zeigt, dass Sportwetten kein Nischenphänomen sind, sondern ein Massenmarkt mit Millionen Nutzern. Für die Zahlungsinfrastruktur bedeutet das: Die Anbieter müssen ein Volumen bewältigen, das professionelle Zahlungslösungen verlangt – und Kreditkarten sind nach wie vor der schnellste Weg, dieses Volumen zu bedienen.
Bonusbedingungen bei Kreditkarten-Einzahlungen
Willkommensboni sind das Lockmittel der Branche – und Kreditkarteneinzahlungen sind in den meisten Fällen bonusfähig. Das unterscheidet sie von manchen E-Wallet-Einzahlungen, die bei einigen Anbietern vom Bonusprogramm ausgeschlossen sind. Skrill- und Neteller-Einzahlungen etwa fallen bei vielen Buchmachern durch das Bonusraster. Wer also den vollen Willkommensbonus mitnehmen will, fährt mit einer Kreditkarteneinzahlung in der Regel sicher. Das allein ist für manche Nutzer schon Grund genug, zur Karte zu greifen, auch wenn sie sonst E-Wallets bevorzugen.
Aber Vorsicht bei den Umsatzbedingungen. Ein typischer Willkommensbonus verdoppelt die erste Einzahlung – etwa 100 Euro Bonus auf 100 Euro Einzahlung. Klingt großzügig. In der Praxis muss dieser Bonus aber fünf- bis achtmal umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Bei einem fünffachen Umsatz von 200 Euro muss man also 1.000 Euro an Wetten platzieren. Und das innerhalb einer Frist – oft 30 bis 90 Tage.
Die Mindestquoten für qualifizierende Wetten liegen meist bei 1,50 oder höher. Wetten mit niedrigeren Quoten zählen nicht oder nur anteilig zum Umsatz. Kombi-Wetten zählen bei manchen Anbietern nur, wenn alle Einzelwetten die Mindestquote erreichen – ein Detail, das viele übersehen und das den Bonus unerfüllbar machen kann.
Reload-Boni – also Boni für Folgeeinzahlungen – sind bei Kreditkarten ebenfalls häufig verfügbar. Die Konditionen sind allerdings meistens schlechter als beim Willkommensbonus: niedrigere Bonusbeträge, höhere Umsatzanforderungen, kürzere Fristen. Freiwetten werden gelegentlich als Alternative angeboten und sind oft die bessere Wahl, weil sie keine Umsatzbedingungen im klassischen Sinne haben – dafür aber in der Regel nicht auszahlbar sind, sondern nur der Gewinn.
Mein Rat aus neun Jahren Erfahrung: Einen Bonus mitnehmen, wenn die Bedingungen realistisch erfüllbar sind. Einen Anbieter aber niemals nur wegen des Bonus wählen – die Gebührenstruktur, die Auszahlungszeiten und die Kartensupport-Qualität sind auf Dauer wichtiger als ein einmaliger Bonus.
Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht das: Nehmen wir an, ein Anbieter bietet 100 Prozent Bonus bis 100 Euro mit sechsfachem Umsatz und Mindestquote 1,80. Die 200 Euro müssen also sechsmal umgesetzt werden – das sind 1.200 Euro in qualifizierenden Wetten innerhalb von 30 Tagen. Bei einem durchschnittlichen Einsatz von 20 Euro pro Wette sind das 60 Wetten in einem Monat, also zwei pro Tag. Das ist machbar – aber nur, wenn man ohnehin regelmäßig wettet. Für Gelegenheitswetter, die einmal pro Woche eine Wette platzieren, ist diese Bedingung praktisch unerfüllbar. In solchen Fällen verfällt der Bonus, und die vermeintlich großzügige Aktion war nichts weiter als ein Marketinginstrument ohne realen Wert.
Was Einsteiger über Kreditkarten-Buchmacher wissen wollen
Welcher Wettanbieter in Österreich hat die niedrigsten Kreditkarten-Gebühren?
Die meisten großen Wettanbieter erheben selbst keine Gebühren für Kreditkarteneinzahlungen. Die Kosten entstehen auf Bankseite – durch den Merchant Category Code 7995, den manche Banken als Bargeldvorschuss behandeln. Vor der ersten Einzahlung bei der Hausbank nachfragen, ob und welche Gebühren für Online-Sportwetten-Transaktionen anfallen.
Akzeptieren alle österreichischen Wettanbieter sowohl Visa als auch Mastercard?
Für Einzahlungen akzeptieren die meisten Anbieter beide Karten. Bei Auszahlungen sieht es anders aus: Visa-Auszahlungen werden breiter unterstützt, während Mastercard-Auszahlungen bei vielen Wettanbietern nicht verfügbar sind. Die Ursache liegt in den Acquirer-Policies und den Restriktionen von Mastercard selbst, nicht bei den einzelnen Buchern.
Kann ich bei einem Wettanbieter mehrere Kreditkarten hinterlegen?
Bei den meisten Anbietern ist es möglich, mehrere Kreditkarten zu registrieren. Allerdings gilt in der Regel der geschlossene Zahlungskreislauf: Auszahlungen erfolgen bevorzugt auf die Karte, mit der eingezahlt wurde. Wer mit verschiedenen Karten einzahlt, muss bei der Auszahlung möglicherweise auf alternative Methoden zurückgreifen.
Welche Wettanbieter bieten einen Bonus speziell für Kreditkarten-Einzahlungen?
Dedizierte Kreditkarten-Boni sind selten – die meisten Willkommensboni gelten für alle Einzahlungsmethoden. Der Vorteil der Kreditkarte liegt darin, dass sie bei praktisch allen Anbietern bonusfähig ist, während E-Wallet-Einzahlungen teilweise vom Bonusprogramm ausgeschlossen sind. Die Bonusbedingungen – Umsatzanforderungen, Mindestquoten, Fristen – bleiben unabhängig von der Zahlungsmethode gleich.
